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LZB

LZB – Linienförmige Zugbeeinflussung

Dauerhafte Zugüberwachung und -führung über einen Linienleiter

Diese Website ist ein Schulprojekt. Die Inhalte können teilweise vereinfacht dargestellt und können fehlerhaft, unvollständig oder nicht mehr aktuell sein.

Die LZB – Linienförmige Zugbeeinflussung – überträgt fortlaufend Informationen zwischen Strecke und Fahrzeug. Sie zeigt Führungsgrößen im Führerraum an und überwacht die Fahrt. 

Aufgabe der LZB

  • Kontinuierliche Überwachung der Geschwindigkeit.
  • Anzeige der zulässigen Geschwindigkeit, der Zielgeschwindigkeit und der Zielentfernung im Führerraum.
  • Automatischer Bremseingriff beim Überschreiten der Eingriffsgrenzen.
  • Ermöglicht anzeigegeführte Zugfahrten. Auch mit Geschwindigkeiten über 160 km/h.

Zusammenhang mit der AFB

  • LZB: Gibt Führungsgrößen vor und überwacht deren Einhaltung.
  • AFB: Regelt bei entsprechender Fahrzeugausrüstung Zugkraft und Bremse unter Berücksichtigung der LZB-Vorgaben.
  • LZB-Führung ist auch ohne AFB möglich; der Tf bleibt für die ordnungsgemäße Fahrt verantwortlich.

Ausrüstung und Datenübertragung

Streckenseitige Komponenten

Streckenseitige Komponenten der LZB
KomponenteAufgabe
LZB-StreckenzentraleVerarbeitet Strecken- und Zugdaten; ermittelt die Führungsgrößen
Verbindung zum StellwerkÜbernimmt Informationen über gesicherte Fahrwege und Signalzustände
StreckengeräteVerbinden die Zentrale mit den Linienleiterschleifen
Linienleiter im GleisÜberträgt Daten zwischen Strecke und Fahrzeug
GleisfreimeldeanlagenStellen fest, welche Gleisabschnitte frei beziehungsweise besetzt sind
LZB-BereichskennzeichenKennzeichnet beispielsweise den Beginn eines LZB-Bereichs
BlockkennzeichenKennzeichnet zusätzliche Blockstellen für anzeigegeführte Züge
LZB-Linienleiter mit Kreuzungsstelle im GleisFoto: S. Terfloth · Lizenz: CC BY-SA 2.0 DEQuelle und Download: Wikimedia Commons
  • Ein Kabel verläuft etwa in der Gleismitte, das andere am Schienenfuß.
  • Die Kabel wechseln normalerweise alle 100 m ihre Lage.
  • Diese Kreuzungsstellen dienen als Wegmarken zur Korrektur der fahrzeugseitigen Wegmessung.

Fahrzeugseitige Komponenten

Fahrzeugseitige Komponenten der LZB
KomponenteAufgabe
Sende- und EmpfangsantennenDatenaustausch mit dem Linienleiter
LZB-FahrzeuggerätVerarbeitet Informationen, überwacht die Fahrt und steuert Anzeigen
Weg- und GeschwindigkeitserfassungErmittelt zurückgelegten Weg und Istgeschwindigkeit
DateneingabeeinrichtungEingabe der Zugdaten
MFA beziehungsweise MFDAnzeige von Führungsgrößen, Leuchtmeldern und gegebenenfalls Textmeldungen
Bedientaster und SchalterQuittierungen und Systembedienung
Bremsschnittstelle, beispielsweise Bremswirkgruppe oder SchnellbremsschleifeSetzt die Bremsanforderung der LZB über die fahrzeugspezifische Bremsansteuerung um.
Akustische EinrichtungenSchnarre, Tongeber oder Sprachausgabe

Die technische Umsetzung unterscheidet sich je nach Fahrzeug.

LZB-Antenne an einer Lokomotive der Baureihe 189Foto: Sebastian Terfloth · Lizenz: CC BY-SA 3.0Quelle und Download: Wikimedia Commons

Datenfluss

Stellwerk und Gleisfreimeldung

Fahrwege, Signalzustände und Belegung der Gleisabschnitte

Streckenprofil

Hinterlegte Streckendaten der LZB-Zentrale

LZB-Streckenzentrale

Verarbeitet diese Informationen zusammen mit den gemeldeten Zugdaten

Streckengeräte, Linienleiter und Fahrzeugantennen

Datenaustausch zwischen Strecke und Fahrzeug

Strecke → Fahrzeug: Führungsgrößen und LZB-Aufträge
Fahrzeug → Strecke: Zugdaten und Informationen zur Fahrzeugposition

LZB-Fahrzeuggerät

Steuert die Anzeigen und überwacht die Fahrt; fordert bei Bedarf eine Bremsung an

Datenfluss der LZB (vereinfacht)

Die Übertragung zwischen Linienleiter und Fahrzeugantennen erfolgt induktiv. Die regelmäßig angeordneten Kreuzungsstellen des Linienleiters dienen der Korrektur der fahrzeugseitigen Wegmessung.

Vollblock und Teilblock

  • Vollblock: Blockabschnitte zwischen Hauptsignalen.
  • Teilblock: Zusätzliche Unterteilung für anzeigegeführte Züge; dadurch sind kürzere Zugfolgeabstände möglich.
  • Zusätzliche LZB-Blockstellen werden durch Blockkennzeichen gekennzeichnet. Auch Teilblöcke haben feste Grenzen.
LZB-Blockkennzeichen an der Schnellfahrstrecke Ingolstadt–NürnbergFoto: Sebastian Terfloth · Lizenz: CC BY-SA 2.5Quelle und Download: Wikimedia Commons

Führungsgrößen und Bremskurve

Die drei LZB-Führungsgrößen
FührungsgrößeBedeutungBeispiel
vSollMomentan durch die LZB zugelassene GeschwindigkeitJetzt höchstens 100 km/h
vZielAm Zielpunkt einzuhaltende GeschwindigkeitDort höchstens 60 km/h
ZEEntfernung zum ZielpunktNoch 2000 m
  • vIst ist die tatsächlich gefahrene Geschwindigkeit.
  • vZiel = 0 km/h kündigt einen Halt an.
  • Zusätzliche niedrigere betriebliche Geschwindigkeitsvorgaben bleiben zu beachten.
Multifunktionsanzeige eines ICE 2 im LZB-BetriebFoto: bigbug21 · Lizenz: CC BY-SA 2.5Quelle und Download: Wikimedia CommonsBeispiel einer klassischen MFA; moderne Fahrzeuge verwenden auch Displays.

So funktioniert die Bremskurve

  1. 1. Ziel ankündigen: Die LZB zeigt beispielsweise 60 km/h in 2000 m an.
  2. 2. Annäherung überwachen: Die Zielentfernung nimmt ab. Der erforderliche Bremsverlauf berücksichtigt das Bremsvermögen des Zuges und die Streckenverhältnisse.
  3. 3. Geschwindigkeit abbauen: Im Bremsbereich sinkt vSoll. Der Tf bremst rechtzeitig beziehungsweise überwacht die AFB-Regelung.
  4. 4. Ziel erreichen: Am Zielpunkt müssen die geforderten 60 km/h eingehalten werden.
  • Bei zu hoher Geschwindigkeit warnt die LZB; beim Erreichen der Eingriffsgrenze veranlasst sie eine Zwangsbremsung.
  • Bei einer anschließenden Geschwindigkeitserhöhung wird die eingegebene Zuglänge berücksichtigt.

Bedienung und Anzeigen

Die LZB verwendet häufig dieselben drei Taster wie die PZB, jedoch mit anderen Funktionen.

LZB-Bedienelemente
BedienelementVerwendung bei der LZB
FreiBeispielsweise LZB-Ende oder einen LZB-Vorsichtauftrag quittieren
WachsamLZB-Gegengleisfahrauftrag quittieren
BefehlBedienung bei einer nach den betrieblichen Regeln zugelassenen Weiterfahrt an einem LZB-Halt; die Tastenbedienung allein erteilt keine Zustimmung.
ZugdateneingabeZugdaten einstellen und kontrollieren
PZB/LZB-HauptschalterFahrzeuggerät ein- beziehungsweise ausschalten
LZB-StörschalterLZB-Funktion abschalten; im normalen LZB-Betrieb nicht betätigt

Schalter und Eingabeeinrichtungen unterscheiden sich je nach Bauform des Fahrzeugs.

Wichtige Anzeigen

Wichtige LZB-Anzeigen
AnzeigeBedeutung
B leuchtetLZB-Fahrzeugeinrichtung betriebsbereit
Ü leuchtetLZB-Führung aktiv
G leuchtetBremseinsatzpunkt erwarten; rechtzeitig bremsen
G blinktGeschwindigkeitsüberschreitung
Ende blinktLZB-Ende angekündigt; innerhalb von 10 Sekunden mit Frei quittieren
Ende leuchtetEnde-Ankündigung quittiert

Betriebsbereitschaft allein bedeutet noch keine LZB-Führung. Je nach Anzeigeeinrichtung ergänzen oder ersetzen Textmeldungen einzelne Leuchtmelder.

  • S: LZB-Zwangsbremsung.
  • H: LZB-Halt überfahren.

Weitere LZB-Aufträge

Weitere LZB-Aufträge
Anzeige/AuftragBedeutung und Bedienung
E 40 leuchtetLZB-Ersatzauftrag; keine Quittierung erforderlich
E 40 blinktLZB-Gegengleisfahrauftrag; mit Wachsam quittieren
V 40 blinktLZB-Vorsichtauftrag; mit Frei quittieren
V 40 leuchtetVorsichtauftrag quittiert; Fahren auf Sicht
EL leuchtetAuftrag zum Ausschalten des Fahrzeughauptschalters
LZB-NachfahrauftragAkustisch unterstützter Auftrag bei LZB-Fahrt; bei entsprechender Anzeige zusätzlich als Textmeldung dargestellt
  • Das Erlöschen von V 40 beendet die betriebliche Verpflichtung zum Fahren auf Sicht nicht automatisch.
  • Bei EL ist der elektrische Fahrzeughauptschalter gemeint. Wiedereinschalten erst nach Ende der Anzeige und Akustik sowie nach Verlassen der Schutzstrecke durch alle arbeitenden elektrischen Triebfahrzeuge.

Benutzung im Regelbetrieb

Vor der Fahrt

  • Betriebsbereitschaft und vorgeschriebenen Prüflauf sicherstellen.
  • Zugdaten anhand der gültigen Einstelltabelle eingeben und kontrollieren:
  • BRA: Bremsart.
  • BRH: Einstellwert für das Bremsvermögen gemäß Einstelltabelle.
  • ZL: Zuglänge.
  • VMZ: Maximale Zuggeschwindigkeit.
  • Die Zuglänge nach der jeweiligen Eingabevorgabe aufrunden.
  • Für die LZB-Aufnahme ist grundsätzlich ein BRH-Einstellwert von mindestens 60 erforderlich; der Einstellwert wird anhand der gültigen Einstelltabelle bestimmt.

Aufnahme in die LZB-Führung

  • Erfolgt bei erfüllten Voraussetzungen automatisch an dafür eingerichteten Stellen.
  • Keine besondere Quittierung zur Aufnahme erforderlich.
  • Erkennbar an B und Ü in Dauerlicht, angezeigten Führungsgrößen und Erlöschen der normalen PZB-Zugartanzeigen.
  • Das Befahren eines LZB-Bereichs allein bedeutet noch keine LZB-Führung. Entscheidend sind die entsprechenden Anzeigen im Führerraum.

Während der Fahrt

  • Führungsgrößen und Leuchtmelder beobachten.
  • Geschwindigkeit rechtzeitig anpassen und angeforderte Bedienhandlungen ausführen.
  • Ein tatsächlich Halt zeigendes Hauptsignal darf nicht allein wegen positiver Führungsgrößen überfahren werden; erforderliche zusätzliche Zustimmung beachten.

LZB-Ende

  1. Ende-Ankündigung erkennen.
  2. Innerhalb von 10 Sekunden mit Frei quittieren.
  3. Ab der Quittierung Signale und Fahrplan für die anschließende Fahrt beachten und die Geschwindigkeit entsprechend einrichten.
  4. Am Ausstiegspunkt erfolgt der Übergang zur Signalführung und PZB-Überwachung.

Die Quittierung beendet die LZB-Führung noch nicht sofort.

Wie wird die LZB geprüft?

  • Prüffristen und Ablauf richten sich nach Fahrzeughandbuch und den geltenden EVU-Vorgaben.
  • Häufig werden PZB und LZB gemeinsam geprüft.

Zu prüfende Anzeigen

  • Zielentfernung (ZE): 1200 m
  • vZiel 120 km/h
  • vSoll 115 km/h
  • vorgesehene Leuchtmelder
  • mindestens zwei Bremseingriffe

Details unterscheiden sich je nach Fahrzeug

Beispiel: Vectron BR 193, Variante A40

  1. Fahrzeug im Stillstand mit direkter Bremse oder Federspeicherbremse sichern.
  2. Führerraum aktivieren; Führerbremsventil aufgesperrt und in Fahrstellung, Fahrtrichtung Vorwärts.
  3. Voraussetzungen der jeweiligen Systemkonfiguration beachten; keine LZB-Führung und keine überlagerten Prüfläufe oder anderweitig angeforderte HL-Entlüftung.
  4. Am CCD über Data → LZB/PZB → Test den Prüflauf starten.
  5. Anzeigen, Zwangsbremsanforderung und die tatsächliche Druckabsenkung der Hauptluftleitung auf Schnellbremsniveau kontrollieren.
  6. Bei Betrieb unter ETCS den erfolgreichen Prüflauf am CCD quittieren. Im Standalone-Betrieb entfällt diese abschließende Quittierung.

Gemeinsamkeiten und Unterschiede

Gemeinsamkeit: Wie PZB und ETCS überwacht die LZB die Zugfahrt und kann automatisch bremsen.

Besonderheit: Kontinuierlicher Datenaustausch über Linienleiter; Geschwindigkeit und Fahrtziel werden im Führerraum angezeigt.

Vorteile, Grenzen, Kosten und Zukunft

  • Vorteile: Bewährte Technik mit kontinuierlicher Überwachung und vorausschauenden Führerraumanzeigen; ermöglicht hohe Geschwindigkeiten und bei entsprechender Streckenausrüstung kürzere Zugfolgen.
  • Grenzen: Richtige Zugdaten und funktionsfähige Fahrzeug- und Streckenausrüstung erforderlich; Linienleiter können beispielsweise bei Gleisarbeiten beschädigt werden.
  • Kosten: Aufwand für Linienleiter, Streckengeräte, Fahrzeugausrüstung, Zulassung und Instandhaltung. Die Kosten hängen vom jeweiligen Ausbau- oder Umrüstungsprojekt ab.
  • Zukunft: Auf Bestandsstrecken weiterhin relevant; langfristig ist die schrittweise Ablösung durch ETCS vorgesehen.

Geschichte und CIR-ELKE

  • 1965: Einsatz bei 200-km/h-Fahrten zwischen München und Augsburg.
  • CIR-ELKE: Weiterentwicklung zur besseren Ausnutzung der Strecken, unter anderem durch optimierte Teilblöcke und Geschwindigkeitsführung.
  • 2024: DB InfraGO meldet die abgeschlossene Hochrüstung ihrer LZB-Strecken auf CIR-ELKE.